SANTA LINGUA

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Sonnabend/Sonntag, 20./21. April 1996 Nr. 93 Seite II

Sprachinstitut "Santa Lingua"

Santa Lingua ist noch ein Unikum in Udmurtien. Das private, seit 1995 staatlich anerkannte Sprachinstitut für Englisch und Deutsch ist das einzige in der russischen Republik. An der Spitze stehen die Gründer Vera und Dr. Andrej Nedobuch. Unterrichtet wird in den Fächern Deutsch und Englisch als Ergänzung zu dem Unterricht in den Schulen.

20 Tutoren

200 Kinder zwischen zehn und 16 Jahren besuchten den Sprachkurs während der sogenannten Frühlingsferien (eine Woche) Ende. März, betreut von 20 Tutoren.
Die meisten Kinder haben eine besondere Leistung in der Schule erbracht oder einen Sprachwettbewerb gewonnen, müssen daher nichts oder nur wenig zahlen. Die übrigen Kosten übernimmt die udmurtische Regierung.

 

Sowohl Wladimir Garnow, Minister für Jugendpolitik, als auch seine Stellvertreterin Ludmilla Popowa hoben die besondere Bedeutung des Instituts für ihr Land hervor.
Santa Lingua „wurschtelte" sich in der Umbruchzeit Rußlands und damit auch Udmurtiens einige Jahre durch, unterstützt von wechselnden Geldgebern. Jetzt hat es sich stabilisiert durch die staatliche Anerkennung und die direkte Unterstützung der Regierung, die vielen der Schülerinnen und Schüler die Kursgebühren bezahlt. Zudem sponsort Alexander Schilochwostow von der Firma Jukala das Institut, dessen Geschäftsführer er zugleich ist.
Einerseits speist sich wohl der Ehrgeiz der Jugendlichen aus dem Willen ihrer Eltern, andererseits erstaunt immer wieder, wie unbefangen sie mit den Gästen das ausführliche Gespräch suchen, wie wißbegierig sie in Deutsch und Eng-

lisch nach persönlichen und allgemeinen Lebensumständen in Deutschland fragen.
Da ist ein ihnen innewohnender Impuls, der sich auch in den dreisprachigen Bühnen-darbictungen äußert, die sie während der Woche erarbeiten. Dort leben sie sich fast völlig unverkrampft aus mit Gesang, Text und Spiel. Landesweit laufen Sprachwettbewerbe, um die Kandidatinnen und Kandidaten für Santa Lingua auszusuchen, so Dr. Nedobuch. Der Unterricht Santa Linguas wird zu einem großen Teil von Tutoren bestritten, die im Sprachinstitut selbst unterrichtet wurden, dann Deutsch studierten und ihren Abschluß (Diplom) machten. Unter ihnen sind Marina Wladimirowa Lushbina (22) und Swetlana Dimitriewna Tscherschernyschewa (22), die uns betreuten und unermüdlich für uns dolmetschten. Ein Ziel des

 

Kontaktes ist es, das Interesse deutscher Jugendlicher für Udmurtien zu wecken. Im Rahmen eines ständigen Austausches könnten sie nicht nur die reizvolle Landschaft Udmurtiens und das alltägliche Leben einer Gesellschaft im Umbruch kennlernen. Vielmehr haben sie hier Gelegenheit, lebendige Gespräche mit den jungen

Enthusiasmus

Menschen zu führen, ihnen für die Sprache Deutsch ein Gefühl zu vermitteln. Dieser Aspekt wird beim oft sturen Pauken meist vernachlässigt.
Eine positive Reaktion der Jugendlichen aus Udmurtien ist ihnen sicher. Alla Eremenko, Vorsitzende des Staatsrats-Ausschusses für Erziehung, meint lobend: „Der Enthusiasmus unserer Jugend macht Mängel an finanzieller Unterstützung wett."

 

ulv

Sonnabend/Sonntag, 20./21. April 1996 Nr. 93 Seite II

Sprachinstitut "Santa Lingua"

Santa Lingua ist noch ein Unikum in Udmurtien. Das private, seit 1995 staatlich anerkannte Sprachinstitut für Englisch und Deutsch ist das einzige in der russischen Republik. An der Spitze stehen die Gründer Vera und Dr. Andrej Nedobuch. Unterrichtet wird in den Fächern Deutsch und Englisch als Ergänzung zu dem Unterricht in den Schulen.

20 Tutoren

200 Kinder zwischen zehn und 16 Jahren besuchten den Sprachkurs während der sogenannten Frühlingsferien (eine Woche) Ende. März, betreut von 20 Tutoren.
Die meisten Kinder haben eine besondere Leistung in der Schule erbracht oder einen Sprachwettbewerb gewonnen, müssen daher nichts oder nur wenig zahlen. Die übrigen Kosten übernimmt die udmurtische Regierung.

 

Sowohl Wladimir Garnow, Minister für Jugendpolitik, als auch seine Stellvertreterin Ludmilla Popowa hoben die besondere Bedeutung des Instituts für ihr Land hervor.
Santa Lingua „wurschtelte" sich in der Umbruchzeit Rußlands und damit auch Udmurtiens einige Jahre durch, unterstützt von wechselnden Geldgebern. Jetzt hat es sich stabilisiert durch die staatliche Anerkennung und die direkte Unterstützung der Regierung, die vielen der Schülerinnen und Schüler die Kursgebühren bezahlt. Zudem sponsort Alexander Schilochwostow von der Firma Jukala das Institut, dessen Geschäftsführer er zugleich ist.
Einerseits speist sich wohl der Ehrgeiz der Jugendlichen aus dem Willen ihrer Eltern, andererseits erstaunt immer wieder, wie unbefangen sie mit den Gästen das ausführliche Gespräch suchen, wie wißbegierig sie in Deutsch und Eng-

lisch nach persönlichen und allgemeinen Lebensumständen in Deutschland fragen.
Da ist ein ihnen innewohnender Impuls, der sich auch in den dreisprachigen Bühnen-darbictungen äußert, die sie während der Woche erarbeiten. Dort leben sie sich fast völlig unverkrampft aus mit Gesang, Text und Spiel. Landesweit laufen Sprachwettbewerbe, um die Kandidatinnen und Kandidaten für Santa Lingua auszusuchen, so Dr. Nedobuch. Der Unterricht Santa Linguas wird zu einem großen Teil von Tutoren bestritten, die im Sprachinstitut selbst unterrichtet wurden, dann Deutsch studierten und ihren Abschluß (Diplom) machten. Unter ihnen sind Marina Wladimirowa Lushbina (22) und Swetlana Dimitriewna Tscherschernyschewa (22), die uns betreuten und unermüdlich für uns dolmetschten. Ein Ziel des

 

Kontaktes ist es, das Interesse deutscher Jugendlicher für Udmurtien zu wecken. Im Rahmen eines ständigen Austausches könnten sie nicht nur die reizvolle Landschaft Udmurtiens und das alltägliche Leben einer Gesellschaft im Umbruch kennlernen. Vielmehr haben sie hier Gelegenheit, lebendige Gespräche mit den jungen

Enthusiasmus

Menschen zu führen, ihnen für die Sprache Deutsch ein Gefühl zu vermitteln. Dieser Aspekt wird beim oft sturen Pauken meist vernachlässigt.
Eine positive Reaktion der Jugendlichen aus Udmurtien ist ihnen sicher. Alla Eremenko, Vorsitzende des Staatsrats-Ausschusses für Erziehung, meint lobend: „Der Enthusiasmus unserer Jugend macht Mängel an finanzieller Unterstützung wett."

 

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"Santa Lingua" // Summer. 2 session, 2009

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